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Ratgeber: Welche Tiefbrunnenpumpe benötige ich?

Wie funktioniert eine Tiefbrunnenpumpe?

Tiefbrunnenpumpen sind meist modular aufgebaut und bestehen aus zwei Hauptkomponenten: Motor und Hydraulikteil (Druckstufe). Der Elektromotor befindet sich in der Regel am unteren Ende der Tiefbrunnenpumpen und wandelt die zugeführte elektrische Energie in eine mechanische Drehbewegung um. Diese Rotation treibt über eine Kupplung die Pumpenwelle der  Hydraulik an.

Die Hydraulik moderner Tiefbrunnenpumpen besteht im Inneren meist aus einzelnen Laufrädern und Diffusoren, die über eine Pumpenwelle miteinander verbunden sind. Das einströmende Wasser wird durch die schnelle Drehbewegung des Motors im ersten Laufrad beschleunigt und durch die Zentrifugalkraft mit Hilfe des Diffusors in das nächste Laufrad befördert.

Durch jede Stufe wird der Austrittsdruck des Fördermediums weiter erhöht, was es möglich macht mit dieser Technik Wasser effizient auch aus großen Tiefen zu fördern.

Die maximale Ansaughöhe von Saugpumpen beispielsweise ist physikalisch auf  10 Meter begrenzt (geodätiche Saughöhe).

Ist für meinen Brunnen eine 3-Zoll oder 4-Zoll Tiefbrunnenpumpe sinnvoll?

4-Zoll Tiefbrunnenpumpen sind optimal für Brunnen mit einem Durchmesser von mindestens 100mm geeignet und haben deutliche Vorteile gegenüber 3-Zoll Modellen.

Oft werden Brunnen aus Kostengründen mit einen Durchmesser von lediglich 80mm gebohrt. In dem Fall bleibt nur die Wahl einer 3-Zoll Pumpe inklusive der damit verbundenen Nachteile wie geringere Fördermengen bei höherem Stromverbrauch. Pumpen mit einem  Durchmesser von 3-Zoll sollten deshalb nur eingesetzt werden, wenn der Brunnen einen geringeren Innendurchmesser als 100mm aufweist. Um diesen Nachteil zu kompensieren setzen einige Hersteller auf eine Drehzahlerhöhung, was die Pumpenleistung zwar erhöht jedoch die Lebensdauer der Hydraulik reduziert. Schleifstoffe wie beispielsweise Sand wirken bei erhöhter Drehzahl deutlich aggressiver auf die Laufräder und nutzen diese schneller ab.

Welche Leistung sollte meine Tiefbrunnenpumpe haben?

Für die Leistung einer Tiefbrunnenpumpe sind zwei Merkmale entscheidend, die von dem Hydraulikteil der Pumpen vorgegeben werden:

Damit die angebenden Werte erreicht werden, wird ein passender Motor benötigt. Dabei spielt es keine Rolle ob der Motor 1-Phasig oder 3-Phasig betrieben wird, solange Motorleistung (kW) und Drehmoment (daN) passen.

Die Förderleistung und der Arbeitsdruck reduzieren sich je höher das Wasser gepumpt werden muss. Die Höhe die beim Pumpen überwunden  werden muss ist somit einer der wichtigen Kriterien zur Auswahl der passenden Tiefbrunnenpumpe.

Wie viel Druck benötigt meine Tiefbrunnenpupe?

Der Druck angegeben in Bar ist gleichzusetzen mit der maximalen Förderhöhe. Der Druck einer Tiefbrunnenpumpe reduziert sich pro 10 Meter Förderhöhe um 1 Bar.

Somit leistet eine Pumpe mit einer maximalen Förderhöhe von 50 Metern einen Arbeitsdruck von 5,0 Bar. Wenn diese Pumpe jedoch bis zum Entnahmepunkt eine Höhe von 30 Metern überwinden muss, so liegt der an der Wasseraustrittsöffnung verbleibende Arbeitsdruck bei nur noch  2 Bar. 

Welche Leistung sollte meine Tiefbrunnenpumpe haben?

Normalerweise hat eine 4 Zoll Tiefbrunnenpumpe eine ungefähr  doppelt so hohe Förderleistung wie eine selbst ansaugenden Kreiselpumpe gleicher Motorstärke. Die ausschlaggebenden Leistungsparameter der Pumpe sind dabei:

  1. Die Motorleistung in KW
  2. Die Förderleistung in m³ pro Stunde oder Liter pro Minute
  3. Der maximale Druck in Bar (Pro Bar entspricht das 10 m Pumphöhe) den eine Pumpe erzeugen kann

Wie viel Leistung benötigt eine Pumpe wenn sie als Haus- bzw. Gartenwasserversorgungsanlage benutzt werden soll?

Für die Antwort dieser Frage müssen einige wichtige Faktoren berücksichtigt werden:

Der erste Schritt ist die Festlegung des entsprechenden Mindest- Wasserducks, welcher von der Pumpe aufgebaut werden muss, um die gewünschte Anwendung zu realisieren. Anhand eines Beispiels kann dargestellt werden, welche einfachen Rechenschritte hierzu erforderlich sind.

Wenn sich der Wasserspiegel im Rohr des Brunnens bei 10 Meter Tiefe befindet, und das Wasser in den zweiten Stock eines Hauses ( das sind ungefähr 6 Meter über Erdniveau ) mit einen maximalen Druck am Wasserauslass  von 4 Bar gefördert werden soll, dann beträgt die gesamte Förderhöhe (6 Meter + 10 Meter,) das sind dann zusammen 16 Meter. Diese Förderhöhe wird durch 10 geteilt, was einen Druckverlust alleine durch die zu überwindenden Höhe von 1,6 Bar ergibt. Zusätzlich entsteht in der Praxis ein um ca. 30 %  von  1,6 Bar ( = ca. 0,5 Bar ) zusätzlicher Druckverlust durch Bögen, Reibung am Rohr usw.

Zusammengerechnet beläuft sich der Druckverlust bei diesem Beispiel dann auf ca. 2,1 Bar ( 1,6 Bar + 0,5 Bar) . Am oberen Kopf  der Pumpetief  im Brunnen muss also ca. 6,1 Bar Druck aufgebaut werden, um an der höchsten Zapfstelle im 2. Stock noch 4 Bar Druck zu erreichen.  Zum Vergleich: Das öffentliche Hauswasserversorgungsnetz hat in Deutschland einen Druck von 4 bis 6 Bar.

Es ist aber nicht empfehlenswert, wenn Pumpen auf Dauer immer bis zu ihrem maximalen Druck arbeiten müssen. Die beste Effizienz wird erreicht, wenn der benötigte Druck bei ungefähr 70-80 % Prozent vom Höchstdruck liegt. Für unsere Rechenbeispiel heißt das: Wir addieren noch mal 20 % auf die 6,1 Bar und kommen dann auf ungefähr 7,5 Bar.

Als Ergebnis steht dann fest: Die ideale Pumpe für diesen Anwendungsfall sollte einen maximalen Druck von ca. 7,5 Bar aufbauen können.

Der nächste Punkt ist die Fördermenge: Ein Gartenwasserhahn, welcher sein Wasser aus dem öffentlichen Wassernetz erhält, fördert abhängig von der Entfernung zu dem Hauptanschluss des Hauses und der Rohrstärke zwischen 2 000l und 3500l Wasser in der Stunde. Eine Gartenbewässerung benötigt , je nach Regnermodell, zwischen 300 und 1500 Liter in der Stunde.

Jede Tiefbrunnenpumpe hat ein Diagramm, aus welchem hervorgeht, wieviel Liter Wasser pro Stunde bei einer bestimmten Förderhöhe geliefert wird.

Vorsicht: Diese Fördermenge aus dem Diagramm stimmt aber nur, wenn das Rohr von der Pumpe zur Zapfstelle nicht verengt ist und der Durchmesser des Förderrohres die selbe Stärke, wie auch am Wasserabgang der Pumpe ist. Wenn für den Wassertransport von der Pumpe zur Zapfstelle ein 1 Zoll Rohr verwendet wird, die Pumpe aber einen 1 1/4 Zoll Anschluss besitzt, dann stimmen die Werte des Diagramms nicht mehr und die Pumpe wird die Werte aus dem Diagramm nicht voll erreichen.

Wie kann der Druck der Pumpe geregelt werden?

Arbeitet die Brunnenpumpe nur mit einem immer offenen Austritt des Wassers, dann benötigen Sie keine Druckregelung. In diesem Fall wird die Pumpe lediglich über  einen An- und Ausschalter betätigt.

Soll die Pumpe immer automatisch anschalten, sobald ein Wasserhahn geöffnet wird und automatisch stoppen, sobald dieser wieder geschlossen wird, so spricht man von einer automatischen Wasserversorgungsanlage. Dazu werden einige zusätzliche Bauteile, jedoch mindestens ein elektronischer Druckschalter benötigt.

Was ist besser, ein mechanischer Druckschalter oder ein Presscontrol ( elektronischer Druckschalter )?

Schon seit vielen Jahren haben sich die mechanischen Druckschalter in den verschiedensten Pumpensystemen bewährt. Diese Art von Schalter wird über eine gefederte Wippe geschaltet und leitet über zwei Pole Strom zur Pumpe, allerdings nur, wenn ein zuvor eingestellter Mindestdruck unterschritten wird. Für die Änderung der Drücke wird mittels eines Schraubenschlüssels die Federspannung verändert und somit auch der Druck verändert. Praktisch kann das bedeuten, dass die Pumpe eingeschaltet wird, sobald der Druck unter 3 Bar fällt und wieder ausgeschaltet wird, wenn der Druck auf z.B. über 4 Bar steigt.

Bei dem Einbau eines mechanischen Druckschalters ist es auch sinnvoll einen Druckanzeiger, auch Manometer genannt, zu installieren. Hierdurch werden die Drücke sichtbar und können leicht verändert werden.

Seit einigen Jahren werden in kleine einfache Systeme auch immer öfter elektronische Druckschalter (Presscontrol) eingebaut. Diese Schalter haben den Vorteil, dass die Pumpen automatisch ausgeschaltet werden, sobald kein Wasser mehr gefördert wird. Hierdurch wird ein Trockenlaufen der Pumpe bei Wassermangel verhindert. Besonders bei Brunnen, welche nur ein begrenztes Wasserangebot haben, kann ein solcher Schalter sinnvoll sein.

Allerdings sind diese Druckschalter nicht einstellbar und schalten die Pumpe bei immer fest bei 1,5 Bar oder je nach Fabrikat auch 2,2 Bar ein. Registriert der Sensor für mehrere Sekunden keinen Durchfluss mehr, dann wird die Pumpe ausgeschaltet. In diesem Fall hat die Pumpe ihren maximalen Druck erreicht. Somit läuft die Pumpe mit jedem Pumpzyklus zwangsweise bis zu ihrem Maximaldruck, bevor sie durch den Druckschalter gestoppt wird.

Zu beachten ist: Die elektronischen Druckschalter sind nicht einstellbar und auch nicht für Hochdruckpumpen über 6 Bar am Wasserauslass geeignet!

Erreicht eine Pumpe zum Beispiel 10 Bar Höchstdruck, dann wird der elektronische Schalter diese auch erst bei 10 Bar abschalten. Diesen extrem hohen Druck hält aber kaum ein bewegliches Teil in einem Wassersystem aus. Das bedeutet, dass Hochdruckpumpen auf jeden Fall bei maximal ca. 6 Bar durch einen mechanischen Druckschalter begrenzt werden sollten. Ein elektronischer Druckschalter ist dafür nicht geeignet.

Ist ein Membran Drucktank (Ausdehnungsgefäß) erforderlich?

Arbeiten Brunnenpumpen gegen einen immer offenen Wasseraustritt, dann benötigen Sie keinen Drucktank. Bei allen anderen Modellen ist ein Membran Drucktank erforderlich, weil dieser schädliche Druckstöße abfedert und somit Beschädigungen an beweglichen Teilen verhindert werden. Solche Druckstöße treten auch durch Luft im System bei einem Neustart auf, welche locker das Dreifache des normalen, maximalen Drucks erreichen können.

Zusätzlich stellt ein Membran Drucktank einen Wasserspeicher dar, der das häufige Ein und Ausschalten der Brunnenpumpe verhindert. Das bedeutet, dass die Pumpe erst eingeschaltet wird, wenn der Drucktank komplett leer ist. Wenn der Wasserhahn geschlossen wird, füllt die Pumpe immer noch zuerst den Drucktank, bevor sie abschaltet.

Wenn ein Brunnen nur wenig Kapazität hat, dann können Drucktanks mit bis zu über 1.000 Liter auch als Wasservorrat benutzt werden. Im übrigen beträgt die Zapfleistung aus einem gefüllten Drucktank meist ein Mehrfaches der Pumpenleistung, wenn diese direkt pumpt. Dadurch können kurzzeitig auch mehrere Wasserhähne gleichzeitig aufgedreht werden, ohne dass der Druck des Systems nachlässt.

Ist ein häufiges Schalten der Pumpe schädlich?

Bezogen auf das jeweilige Pumpen Fabrikat können die Motoren der Pumpen auf Dauer lediglich 20 – 30 Ein- und Ausschaltvorgänge pro Stunde schadlos vertragen. Wenn ein Pumpenmotor gestartet wird, besonders wenn der Gegendruck hoch ist, dann benötigt dieser kurzzeitig bis zum Zehnfachen an Strom (Anlaufstrom) im Vergleich zu der genannten Nennleistung des Motors. Dies erzeugt eine hohe thermische und mechanische Belastung der Motorenbauteile. Die Haltbarkeit des Motors wird bei häufigen Starts auf Dauer verkürzt.

Auf welchen Vordruck sollte der Membrandrucktank eingestellt werden?

Leider haben oft selbst erfahrene Brunnenbauer keine wirklich fundierte Meinung über die Druckverhältnisse bzw. über die Vorspannung im Drucktank. Systeme ohne den richtigen Vordruck aber arbeiten entweder gar nicht oder nicht optimal.

Jedes automatische Wassersystem soll einen bestimmten Einschaltdruck haben. Das ist dann der Mindestdruck, bei dem die Pumpe eingeschaltet wird. Ein elektronischer Druckschalter hat einen konstanten Einschaltdruck von 1,5 oder 2,2 Bar je nach Fabrikat. Wie oben schon erwähnt, wird der Einschaltdruck bei den mechanischen Druckschaltern vom Anwender individuell manuell eingestellt. Ein Drucktank muss immer mit in der Höhe genau  gleichen Vordruck (Luft ) gefüllt sein, wie auch der Einschaltdruck der Pumpe ist. Zu jedem Einschaltzeitpunkt der Pumpe sollte der Tank vom Wasser entleert und nur noch zu 100 Prozent mit Luft gefüllt sein. Die Luft  befindet sich im Tankraum. Das Wasser wird beim Einschalten der Pumpe in die Membrane gepresst. Wenn die Pumpe arbeitet, dann wird der Druck, mit dem das Wasser in die Membrane des Tanks einströmt bis zu dem Ausschaltdruck erhöht. Dann stoppt die Pumpe automatisch. Wird der Wasserhahn wieder aufgedreht, dann kommt das Wasser solange aus der Membrane des Drucktanks, bis die Membrane leer  ist und der Drucktank somit nur noch mit Luft gefüllt ist. Erst dann schaltet sich die Pumpe zum Auffüllen wieder ein. Wenn zu viel oder auch zu wenig Vordruck in dem Speicher herrscht, dann wird nur ein Teil der zur Verfügung stehenden Kapazität genutzt.

In welcher Tiefe sollten die Pumpen im Wasser hängen?

Sehr wichtig ist, dass die Pumpe nie im Bereich des Filterrohres positioniert wird. Der Filter ist der Bereich des Brunnenrohres, der seitlich geschlitzt ist und wodurch das Wasser in das Brunnenrohr eintritt. Durch eine partielle Anströmung in dem kleinen Bereich des Filterrohres können Turbulenzen im Grundwasser entstehen. Dieses kann zu Ausfällungen der Wasserinhaltsstoffe von Kalk, Mangan und Eisen führen. Aus diesem Grund sollte die Pumpe immer ungefähr einen Meter über dem Bereich des Filterrohres hängen. So wird dieser Bereich über die komplette Länge gleichmäßig belastet und es wird zusätzlich noch gewährleistet, dass sich das an der Pumpe von unten vorbeifließende Grundwasser den Motor umspült und kühlt.

Falls die Pumpe unter dem Filterrohrbereich eingebaut werden soll, dann muss auf jeden Fall ein Saugschutzmantel installiert werden. Dieser sorgt dann für eine Zwangsumströmung des Unterwassermotors. Ideal ist es, die Pumpe so hoch wie eben möglich in dem Brunnenrohr aufzuhängen. Die Mindestmenge Wasser, die über der Pumpe steht, ist aber auf jeden Fall zu beachten. Eine Pumpe, die sich am Grund des Bohrloches befindet, wirbelt sehr viel mehr Sand auf. Wenn der Motor den Boden berührt, dann ist eine Kühlung der Motormantels nicht mehr gesichert. Wenn eine Pumpe zu hoch hängt, dann besteht die Möglichkeit, dass beim Pumpen der Wasserspiegel in Brunnennähe absinkt (Saugtrichter ) und so Luft angesaugt wird. Das kann zu Schäden an der Druckstufe führen, da keine ausreichende Schmierung und Kühlung der Turbinenstufe mehr vorliegt.

Ölkühlung oder Wasserkühlung des Pumpenmotors ?

Bei ölgekühlten Motoren ist der Elektomotor ständig von Öl umströmt. Je tiefer die Pumpe in das Wasser getaucht wird, um so höher wird der Wasserdruck dervon außen auf die Motordichtungen zum Ölraum drückt. Die meisten ölgekühlten Tiefbrunnenpumpen sind dadurch nur für eine begrenzte Tauchtiefe von ca. 30 Metern geeignet.

Bei  großen Tauchtiefen sind wassergekühlte Motoren erforderlich. Dort umströmt das Brunnenwasser den Motor direkt und es gibt kein Dichtungsproblem.

Wie sollte die Rohrleitung ausgelegt sein?

Wir empfehlen ein flexibles PE Rohr, mit einem Durchmesser von mindestens einem Zoll (32mm) . Am besten ist ein Rohr welches im Durchmesser dem oberen Anschluss der Pumpe entspricht. PE Rohr bis 2 Zoll (63mm) findet man im Landhandel. Baumärkte führen PE Rohr meist nur bis 1 Zoll (32mm) Die Verlegung ist sehr einfach. Es existieren die verschiedensten Arten von Verschraubungen. Das Rohr ist steif genug um bei einem Start dem Drehmoment der Pumpe zu widerstehen. Ein Wasserschlauch ist nicht geeignet, egal aus welchem Material. Diese Schläuche verdrehen sich zu leicht mit dem Zugseil und dem Kabel.

Welche Art von Sicherungsseilen sollen für eine Brunnenpumpe benutzt werden?

Meistens hat der Pumpenkopf zwei Ösen, an welchen das Seil gefestigt wird. Seit einiger Zeit  werden zur Sicherung der Pumpe auch Edelstahlseile angeboten. Hiervon ist jedoch abzuraten, da die Befestigungspunkte bei den Pumpen oft aus Messing sind. Es kann im Laufe der Jahre zu einer elektrolytischen Korrosion zwischen dem Messing und dem Edelstahl des Seils kommen. Hierunter leidet das Seil und es kann dabei so geschwächt sein dass es reißt. Auch für die eigenen Hände sind Stahlseile nicht geeignet, wenn zum Beispiel eine Pumpe mit PE-Rohr und Kabel über 30 kg wiegt und Hand über Hand hochgezogen werden muss. Empfehlenswert sind geflochtene Kunststoffleinen ,von 6- 8 mm Durchmesser mit einer Bruchlast von ca. 500-700 KG welche auch zu maritimen Zwecken benutzt werden. Kann das Kabel der Brunnenpumpe verlängert werden?

Wenn Kabel, die sich dauerhaft im Wasser befinden, verbunden werden sollen, dann muss dieses entweder durch eine Gießharz- Muffe, oder durch ein wasserdichtes Schweißband geschehen. Bei der Methode mit dem Schweissband  werden die beiden Kabelenden zuerst miteinander verknotet, um eine Zugentlastung für die Nahtstelle zu schaffen. Dann werden die Adern einzeln verdrillt. Dieses Band ist ungefähr 1 mm dick und wird noch vor der Benutzung auf die doppelte Länge Stück für Stück gezogen. Dadurch tritt der wasserdichte Kleber, welcher sich in dem Band befindet aus, und verschweißt das Band dann mit sich selbst. Mit dem Band werden die einzelnen Adern umwickelt und zum Schluß die komplette Nahtstelle. Auf diese Art und Weise können bis zu 10 Bar dichte Unterwasserkabelverbindungen produziert werden. Diese Verbindung muss aber auf jeden Fall mindestens 12 Stunden aushärten, bevor das Kabel ins Wasser gelegt wird.

Wie viel  Sand kann eine Tiefbrunnenpumpe vertragen?

Tauchpumpen mit mehreren Stufen werden prinzipiell auf Dauer durch Sand beschädigt. Die Körner erzeugen eine Reibung und schleifen so die Zentrifugalscheiben immer weiter ab. Dadurch nimmt je nach  Laufzeit der Pumpe und Menge an Sand, der Druck und die Förderleistung der Pumpe immer weiter ab. Die meisten Hersteller geben eine bedingte Sandfestigkeit von zum Beispiel 50 Gramm pro 1000 Liter Wasser an. Das heißt aber nur, dass wenn die Sandbelastung gering ist, die Pumpe erst nach vielen Jahren beschädigt wird.

Jedes einzelne Sandkorn wirkt wie eine Schleifscheibe und schädigt die Pumpe mit steigender Menge und Dauer.

Wie wird das Kabel am Rohr fixiert?

Hierzu darf auf keinen Fall Klebeband benutzt werden, da dieser sich auflösen kann. Wenn die Reste dann in das Rohr fallen, dann besteht die Möglichkeit, dass sich der Wassereinlass der Brunnenpumpe verstopft. Eine Fixierung ist nur durch die passenden Kabelbinder sinnvoll möglich.

Besteht auch die Möglichkeit, dass eine Tiefbrunnenpumpe aus einem gemauerten Brunnen oder einer Zisterne fördert?

Da die Tiefbrunnenpumpen Rohrpumpen sind, und durch das am Motor vorbeiströmende Wasser gekühlt werden müssen. kann hierfür diese sogenannte "Mantelstromkühlung" auch einfach selbst hergestellt werden. Man benötigt für eine 4 Zoll Pumpe ein Kunststoffrohr mit einer Nennweite von ungefähr 100 mm. Das Rohr sollte ungefähr 10 cm länger als der Motor sein. Dieses Rohr wird dann über den unteren Teil der Pumpe, also dem Motor inklusive des Wassereinlasses gezogen, und im oberen Bereich mit Silikon verschlossen.So strömt dann das ganze geförderte Wasser am Motor der Pumpe vorbei und kühlt diesen. Basiswissen zu Membran- Drucktanks (Ausdehnungsgefäßen)

Der Druckbehälter ist ein wesentliches Teil der Eigenwasserversorgungsanlage. Meist ist dieses in der heutigen Zeit ein Membrandruckbehälter. Hierdurch wird die Anlage vor Druckstößen und die Pumpe vor häufigen Startanforderungen geschützt. Wird die Anlage ohne dieses Gefäß betrieben, dann können größere Beschädigungen an dem Rohrnetz, an Pumpen und Armaturen entstehen nicht nur durch die zum Teil sehr energiereichen Druckstöße, sondern auch durch häufiges Ein/Ausschalten (Takten) der Pumpe.

Durch den Einsatz eines ausreichend dimensionierten Behälters wird verschleißförderndes Starten der Pumpe bei Kleinmengen-Entnahme vermieden. Ausserdem ist die Zapfleistung aus einem Mebrandruckbehälter mehrfach höher als die Zapfleistung der meisten Pumpen. Dadurch könen kurzzeitig mehrere Verbraucher gleichzeitig Wasser entnehmen, ohne dass der Druck abfällt.

Wie funktionieren die Membran-Ausdehnungsgefäße?

Die Membran-Ausdehnungsgefäße haben eine elastischen Membrane, die in dem Druckbehälter fest montiert ist. Diese Mebrane besteht im Idealfall aus einem EPDM /Butyl Material, ist lebensmittelecht und somit hervorrragend für Trinkwasser gegeignet. Der äussere Behälter ist mit Luft/Stickstoff vorgefüllt und presst die Mebrane im Ruhezustand zusammen.

Das in die Mebrane eintretende Wasser komprimiert den Luft/Stickstoff, bis zum Höchstdruck der Pumpe, welche sich dann abschaltet. Wenn an der Zapfstelle Wasser entnommen wird, dann wird das Wasser durch die Kraft des komprimierte Luft/Stickstoffs wieder aus dem Behälter in das Wasserverteilungsnetz gedrückt. Wenn das komplette Wasser aus dem Behälter ins Leitungsnetz eingeschleust wurde, also der Behälter leer ist, dann wird die Pumpe von einem Druckschalter erneut eingeschaltet nund der gleiche Zyklus widerholt sich.

Der Einschaltdruck der Pumpe und der Vordruck der Luft/Stickstofffüllung müssen immer gleich hoch sein. So wird dann die maximale Nutzung des Volumens des Behälters erreicht. Die meisten Behälter sind schon beim Kauf mit einem festen Standardvordruck gefüllt. Bezogen auf die Art der Anwendung wird der Druck dann, mittels eines Standard Reifenventils, verringert oder erhöht.

Was muss bei der Auswahl eines Brunnen/Trinkwasser Ausdehnungsgefäßes beachtet werden?

So ein Druckhehälter kann niemals zu groß sein. Besonders bei Hauswasseranlagen verhindern Tanks mit 200 – 1000 Litern einen Abfall des Wasserdrucks. Dieses kommt besonders zu Tragen, wenn mehrere Benutzer gleichzeitig Wasser verbrauchen.

Die Membrane muss aus einem Material bestehen, welches keinerlei Schadstoffe ans Wasser abgeben kann. Das Gefäß sollte idealerweise mit Stickstoff und nicht mit normaler Luft gefüllt sein. Stickstoff besitzt größere Moleküle als ein übliches Sauerstoff Gemisch. Hierdurch entweicht weniger Vordruck durch die Membran und der Druck braucht nicht so häufig kontrolliert werden. Durch Stickstoff werden die Innenwände auch besser gegen Korrosionen geschützt.

Gefäße welche in Europa verkauft werden, müssen alle nach den Richtlinien der Druckgeräte geprüft sein. Ein Typenschild die Daten des Gefäßes eindeutig bestätigen. Wichtig ist der zulässige maximale Druck, durch welche das Gefäß benutzt werden darf. Der aufgeführte maximale Druck sollte so hoch wie möglich sein. Nur so wird sicher gestellt, dass die Wandung dick und stabil ist und viele Jahre ohne Beschädigung und Durchrostung bleibt.

Bauformen von Ausdehnungsgefäßen

Die kleinen Gefäße werden oft horizontal benutzt und besitzen neben den Standfüßen oft auch ein Fundament für einen Pumpen- Motor.. Auf diesem kann zum Beispiel eine Saugpumpe montiert werden. Die Membrane sollten ausgewechselt werden können. Die meisten der Hersteller können Ersatzteile nachliefern. Große Gefäße sind in den meisten Fällen vertikal angeordnet. Der Anschlussflansch und das Anschlussstück für eine Gartenbewässerung kann aus verzinktem Stahl bestehen. FürTrinkwasser und Brauchwasser im Haus werden Gefäße mit Edelstahlflansch und Anschluss empfohlen. Für die Warmwasseranlagen in Heizungssystemen müssen die Ausdehnungsgefäße zusätzlich mit Wasser durchströmt werden. Sehr große Ausdehnungsgefäße ab ca. 500 Liter haben oft ein eingebautes Manometer, an welchem ständig der Vordruck abgelesen und kontrolliert werden kann.